Die Blühstreifen-Initiative von WeberHaus

Um die biologische Vielfalt zu fördern und den Bestand von Wildbienen und Schmetterlingen zu schützen, haben wir zu unserem 60. Jubiläum im Jahr 2020 die Blühstreifen-Initiative gestartet.

Mithilfe des Institus für Landwirtschaftsökologie und Naturschutz Bühl (ILN) sowie Landwirten aus unserer Region ist das Projekt bereits auf eine Fläche von mehr als 23 Hektar angewachsen. Blühende Aussichten für eine lebendige Umwelt. 


Verantwortung gegenüber
Mensch, Umwelt und Natur.

Ökologisches Denken und Handeln gehört seit 1960 zur Unternehmensphilosophie von WeberHaus. Wir arbeiten mit zertifiziertem Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft, verwenden Strom aus eigenen Photovoltaik-Anlagen und setzen seit über 60 Jahren immer neue Standards für energieeffizientes Bauen.

Die Blühstreifen-Initiative bedeutet für uns als Unternehmen die logische Fortführung unseres gewachsenen Wertefundaments, das auf Verantwortung gegenüber Mensch, Umwelt und Natur basiert.

Blühstreifen-Initiativen wie #blühendeAussichten von WeberHaus sorgen für ökologische Vielfalt und Artenschutz. Natürlich hat man dafür auch im eigenen Garten die Möglichkeit. Wer daheim Wildblumen pflanzt, unterstützt damit Bienen und Schmetterlinge. Und erfreut sich natürlich selbst an der bunten und vielfältigen Gestaltung des Gartens.

 

Johannes Stuck Landschaftsgärtner

Der Hintergrund

Eine wesentliche Ursache für das weltweite Bienensterben ist der Rückgang ihres notwendigen Lebensraums und somit auch der Nahrungsquellen. Bienen sind nicht nur wichtig für leckeren Honig, sondern für eine Vielzahl an weiteren Lebensmitteln. Obst und Gemüse zum Beispiel würde ohne die Bestäubung der Pflanzen durch die Biene kaum zur Verfügung stehen.

Die Anlage der Blühflächen

Mit interessierten Landwirten schließen wir Vereinbarungen über die Anlage und Bewirtschaftung der Blühflächen. Für die Bereitstellung der Flächen und für deren Bewirtschaftung zahlen wir den Landwirten einen Geldbetrag, mit dem sie den fehlenden Ertrag der umgenutzten Flächen kompensieren können. Für den Landwirt ist das eine gesicherte Einnahme. Darüber hinaus stellen wir das Saatgut für den Landwirt kostenfrei zur Verfügung.

Die von uns verwendete Saatmischung bietet ein Optimum an Futterpflanzen für Wildbienen, Schmetterlinge und auch für Nahrungsexperten. Durch die Zusammensetzung der Saat stehen die Streifen besonders lange in Blüte – je nach Witterung dauert die Blütezeit von Juni bis Oktober.

Institut für Landschaftsökologie und Naturschutz

Das Institut für Landschaftsökologie und Naturschutz in Bühl hat uns bei diesem Projekt wissenschaftlich begleitet.

Dank dem ILN konnten wir grundsätzliches Know-how über Blühstreifenprojekte gewinnen. Weiterhin hat uns das ILN bei der Auswahl an möglichen Flächen unterstützt, kartografische Arbeiten durchgeführt und geeignete Saatmischungen recherchiert.


Aktuelle Blühstreifen-Standorte

Aktuell können wir schon auf 23,5 Hektar Land zugreifen, die sich in den Regionen um unsere Werkstandorte befinden. Diese Fläche möchten wir mindestens verdoppeln. Die Mittel dafür stellt WeberHaus zur Verfügung. Aber es kann noch weiter gehen. Mit Ihrer Hilfe können wir noch mehr Flächen zu Blühstreifen machen und den Bienen einen Rückzugsort in der Natur schaffen. Schreiben Sie uns an bluehstreifen@weberhaus.de, wenn Sie Landbesitzer oder Landwirte kennen, die wir gemeinsam für das Projekt begeistern können. Oder unterstützen Sie das Projekt mit einem finanziellen Beitrag und werden Sie Blühpate.

Eine Übersicht über unsere Blühstreifen finden Sie hier.

Update

Mittlerweile hat die von WeberHaus initiierte Blühstreifen-Initiative ihr Ziel erreicht und die Blühfläche gegenüber 2020 verdoppelt. Im nördlichen Hanauerland erblühen 2021 insgesamt über 23,5 Hektar ehemaliger landwirtschaftlich genutzter Fläche. Bis Mitte November 2020 wurden 12 Hektar eingesät. Auf weiteren 10 Hektar erfolgte die Aussaat im Frühjahr 2021. Die restlichen Hektar wurden im Herbst gemulcht oder bleiben stehen. „Somit wird es 2021 rund um unser Werk in Rheinau-Linx prächtig blühen“, freut sich Heidi Weber-Mühleck. Aktuell sind 18 Landwirte am Projekt beteiligt.

Artenschutz ist sehr wichtig, denn die Landwirte sind, um Erträge zu erzielen, auf die Arbeit der Bienen angewiesen. Fast 80 Prozent aller Wild- und Nutzpflanzen werden von Bienen bestäubt und sind somit hauptverantwortlich für Ernte und Artenvielfalt.

Annette Sänger Ortsvorsteherin Linx und Landwirtin

Das ILN Bühl arbeitet seit mehr als 30 Jahren im Bereich Biodiversität und Naturschutz. Gerne haben wir daher die Beratung und Unterstützung von WeberHaus bei der Blühstreifen-Initiative übernommen. Das ILN wird eine Erfolgskontrolle durchführen und Ideen entwickeln, wie man die Blühstreifen für die Biene noch optimieren kann.

Dr. Volker Späth Institutsleiter ILN

FAQs Blühstreifen

Grundsätzlich haben alle Blühflächen unabhängig von ihrer Größe einen Nutzen für die Tierwelt, insbesondere für Wildbienen. Eine große, zusammenhängende Fläche kann in der Regel aber nur von den dort vorkommenden Arten genutzt werden, da  Wildbienen nur einen eingeschränkten Flugradius haben und für ihre Nester weitere Strukturen (Totholz, Pflanzenstengel, offene Bodenstellen) benötigen. Deshalb kann mit Blühstreifen bei gleichem Flächeneinsatz insgesamt ein wesentlich größerer Landschaftsausschnitt und seine Wildbienenpopulationen erreicht werden.

Die Zusammensetzung wurde vom Institut für Agrarökologie und Biodiversität in Mannheim entwickelt und zielt auf lange Blühperioden und ein breit gefächertes Nahrungsangebot ab, in dem auch Nahrungsspezialisten, also Bienen, die nur ganz wenige Pflanzenarten nutzen, Nahrungsquellen zur Versorgung der Brut finden. So besteht die Frühjahrsmischung 2020 aus 34 Arten und die Herbstmischung aus 40 Arten, von denen 26 Wildkulturen sind. Das von uns eingesetzte Saatgut stammt aus regionalen Produktionsräumen Deutschlands und ist entsprechend zertifiziert. Mehr Informationen zu Herkunft und Zertifizierung finden Sie hier.

Honigbienen, Wildbienen, Falter, Libellen und selten auftretende Fliegenarten sind am häufigsten in den Blühstreifen anzutreffen. Während der gesamten Standzeit bieten sie aber auch Lebensraum für Feldhasen, Kleinsäuger und verschiedene Vogelarten.

Bislang hat WeberHaus sämtliche Kosten für die entstandenen 12 Hektar Blühstreifen getragen und wird auch zukünftig einen Großteil der Kosten aufwenden. Als Blühpate können Sie mit finanzieller Unterstützung für die Ausweitung des Projektes und noch mehr Blühstreifen sorgen. Bisher haben sich bereits 78 Blühpaten mit Beiträgen von 10 bis 2.000 Euro engagiert. Wir sind daher zuversichtlich, dass wir in den kommenden zwei Jahren die Fläche verdoppeln können.
Als Landwirt können Sie Teile Ihrer bisher ackerbaulich genutzten Fläche zu Blühstreifen umwidmen, ohne dass Ihnen dabei Deckungsbeiträge verloren gehen. Bei Interesse melden Sie sich unter bluehstreifen@weberhaus.de.

Ihr Geld wird ausschließlich für Saatgutmischungen, die Flächen-Bereitstellung und die Flächen-Bewirtschaftung verwendet. Alle anderen Projektkosten trägt WeberHaus. Die Überprüfung der Ordnungsmäßigkeit der Mittelverwendung in Zusammenhang mit dem Projekt #blühendeAussichten erfolgt durch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft FALK & CO mit Sitz in Heidelberg. Das Projekt nutzt zwar der Allgemeinheit, liegt aber nicht in der Hand einer gemeinnützigen Organisation. Daher können wir keine Spendenbescheinigungen erstellen.

Geeignet sind alle ackerbaulich genutzten Flächen mit vorwiegend sonnigem Standort und nicht zu feuchten Böden. Wiesen oder Gartengrundstücke können wir nicht einbinden, weil sie entweder bereits ökologisch wertvolle Flächen darstellen und nicht umgebrochen werden dürfen oder für eine Bewirtschaftung zu klein sind. Aktuell möchten wir rund um unsere Werkstandorte ein größeres Netz von Blühstreifen entwickeln.

WeberHaus hat 2019 die Initiative #blühendeAussichten in Vorbereitung des 60-jährigen Firmenjubiläums ins Leben gerufen. Vorangegangen war ein vom Institut für Landschaftsökologie und Naturschutz Bühl (ILN) begleitetes Projekt zur Erhöhung der Biodiversität im Park der World of Living an unserem Stammsitz in Rheinau-Linx. Daraus entstand die Idee, dieses Anliegen auch nach außerhalb des Parks zu tragen. WeberHaus schließt Vereinbarungen mit den beteiligten Landwirten, beschafft und verteilt das Saatgut, finanziert die Erfolgskontrolle und Dokumentation durch das ILN und trägt auch alle weiteren Projektkosten.

Um als Flächenpartner Teil des Projekts zu werden, ist es zunächst notwendig, dass Sie die Fläche eigenständig bearbeiten können. Das heißt umbrechen, gegebenfalls pflügen, grubbern und eine feinkrümelige Oberfläche herstellen. Auch die Einsaat muss über Sie getätigt werden können. Vor und nach der Einsaat darf nicht gespritzt und nicht gedüngt werden. Unabhängig vom Einsaatzeitpunkt muss die Fläche dann bis Oktober unberührt bleiben.

Das zertifizierte Saatgut erhalten Sie von WeberHaus kostenlos. Darüber hinaus zahlen wir für die Zurverfügungstellung der Fläche einen Geldbetrag, der sich am durchnittlichen Deckungsbeitrag pro Hektar je nach Region orientiert.

Um entscheiden zu können, ob und welche Ihrer Flächen in das Projekt aufgenommen werden können, benötigen wir Lagepläne mit Flurstücknummern, die wir gemeinsam mit dem ILN begutachten.

Bei einer gängigen Bodenbearbeitungsbreite von 3 m ergibt sich eine Breite von 6 oder 9 m. In einem Blühstreifen halten sich neben vielen Insekten auch Feldhasen und Fasane und deren Jungtiere auf. Um hier Störungen und den Zugriff von Beutegreifern wie dem Fuchs zu minimieren, sollten die Streifen mindestens 6 m breit sein. Der Blühstreifen soll ja nicht zu einer künstlich geschaffenen Falle werden.

Die Herbstaussaat sollte im Oktober erfolgen, um noch vor den eigentlichen Wintermonaten einen Bewuchs zu garantieren, mit dem die aufkommende Konkurrenzvegetation unterdrückt wird. Im Frühjahr wird ein Dichtschluss und eine frühe Blüte erreicht. Da die Herbstmischungen mehrjährig sind, kann die Fläche dann im Oktober gemulcht und ggf. eine weitere Vegetationsperiode belassen werden. Bei der Frühjahrsaussaat sollte spätestens im März gesät werden, da ansonsten Ackerwildkräuter wie die Ackermelde dominieren.