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Dachbegrünung: Die Vorteile eines grünen Flachdachs

Gründach: Ästhetisch und nachhaltig

Sie bieten Insekten und Vögeln wertvollen Lebensraum, wirken wie eine natürliche Klimaanlage und leisten einen wichtigen Beitrag zum nachhaltigen Bauen: Begrünte Flachdächer schaffen eine direkte Verbindung zwischen Natur und Architektur. Aufgrund ihres hohen ökologischen Werts tragen sie aktiv zum Klimaschutz bei. Erfahren Sie alles über Anlage, Pflege und Kosten von begrünten Flachdächern.

Alleskönner Gründach

Dass begrünte Dächer derzeit ein Comeback erleben, hat mehrere Gründe. Schon zu Bauhauszeiten verkörperten flache Dächer ein Schönheitsideal. Und auch heute erfreut sich die Architektur klare Formen und flache Dächer wieder wachsender Beliebtheit. Dank dem Trend zum Flachdach entscheiden sich immer mehr Bauherren auch für die Begrünung desselben. Denn neben ihrer ansprechenden Ästhetik, haben begrünte Dächer auch bau- und umwelttechnisch einiges zu bieten.

Vorteile von Dachbegrünung

Gebäudeisolation

Der Pflanzenbewuchs auf dem Dach verbessert die Isolation des Gebäudes. Im Winter hat die Begrünung eine dämmende Wirkung und trägt dazu bei, den Wärmeverlust zu reduzieren. Hausbesitzer können diesen Dämmungseffekt nutzen, um den Energieverbrauch zu senken und ihren CO2-Austoß zu reduzieren. Im Hochsommer wirken die Pflanzen hingegen wie eine natürliche Klimaanlage. Sie reflektieren die Sonnenstrahlung und kühlen das Gebäude herunter. Im Schnitt liegen die Temperaturen im Inneren eines begrünten Gebäudes drei bis vier Grad unter denen eines unbegrünten.

Als „weiche“ Oberfläche tragen Dachbegrünungen zur Schallreflexion und somit zu Reduktion von Straßen- und Fluglärm bei. Die Stärke des Minderungseffektes hängt dabei von der Blattgröße, der Blattdicke sowie der Blattstellung ab.

Als Schadstofffilter tragen Pflanzen auf dem Dach maßgeblich zur Verbesserung der Luftqualität bei. Studien belegen, dass begrünte Dächer eine um 10 bis 20 Prozent stärkere Filterwirkung aufwiesen als unbegrünte, mit Schotter bedeckte Dächer.

Bis zu 90 Prozent des Regenwassers können begrünte Dächer im Durchschnitt jährlich aufnehmen und durch Verdunstung an den natürlichen Wasserkreislauf zurückführen. Dies sorgt nicht nur für eine natürliche Kühlung der Luft, sondern kann bei Starkregen auch die Kanalisation entlasten.

Nicht nur Pflanzen, auch vielen Lebewesen dienen begrünte Dächer als Lebensraum und Nahrungslieferant. Wildbienen, Insekten und Vögel finden hier ein neues Zuhause. Auf diese Weise können Dachbegrünungen einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leisten.

Nicht zuletzt schützen Gründächer auch die Dachabdichtung von Wind- und Wettereinflüssen wie Hagel, Sturm und Extremtemperaturen und können die Lebensdauer eines Daches verlängern. So schätzt das Frauenhofer Institut die Lebensdauer eines Gründaches auf 40 Jahre. Ein bekiestes Dach hält der Witterung im Vergleich dazu circa 15 bis 25 Jahre stand.

Extensive vs. intensive Begrünung

Ob und welche Pflanzen auf einem Flach-, Garagen- oder Carportdach ihren Platz finden, hängt grundlegend von der Tragfähigkeit der Dachkonstruktion ab. Die für das Gebäude zulässige Gesamtlast darf dabei nicht überschritten werden. Wer neu baut und sich für ein Gründach entscheidet, kann die für die Begrünung erforderliche Zusatzlast bereits im Entwurf berücksichtigen.

Hierbei ist neben dem Gewicht des Aufbaus selbst vor allem das Wasserspeichervermögen entscheidend. Saugt sich das Gründachsystem mit Wasser voll, kann sich das Gewicht schnell enorm erhöhen. Vor dem Bau einer Dachbegrünung sollte daher immer ein Statiker zur Rate gezogen werden, der die Tragfähigkeit prüft.

Grundsätzlich wird die Dachbegrünung grob in zwei Kategorien unterteilt: der Extensivbegrünung und der Intensivbegrünung.

Bei der gängigen Extensivbegrünung entstehen gegenüber einem einfach Kiesdach keine statischen Mehraufwände, da hier primär leichte, naturnahe und sich selbst erhaltende Pflanzen wie Kräuter, Gräser, Moose und sogenannte Sedumarten zum Einsatz kommen, die keine zusätzliche Bewässerung benötigen. Eine Baugenehmigung ist hier daher nicht erforderlich. Die Bauhöhe einer Extensivbegrünung beträgt etwa 5-15 Zentimeter, die zusätzliche Tragfähigkeit 50-170 Kilogramm pro Quadratmeter.

Soll das Dach hingegen als begehbare Dachterrasse fungieren, erfordert dies umfangreichere Vorbereitungen. In diesem Fall ist von einer intensiven Begrünung die Rede, bei der ein vollwertiger Bodenaufbau stattfindet. Eine Substratschicht (Humus) übernimmt hier die Wasserspeicherung, wodurch auch pflegeintensivere Pflanzen wie Sträucher oder Bäume gedeihen können. Mit etwa 300-1.200 Kilogramm pro Quadratmeter erfordert die Intensivbegrünung dementsprechend auch mehr Gewicht ein. Bauherren müssen sich hier in der Regel um eine entsprechende Baugenehmigung kümmern, wenn das Dach als zusätzliche Terrasse genutzt werden soll.

Kosten und Förderprogramme

Die Kosten für die Begrünung eines Daches sind je nach Aufbau und Flächengröße sehr unterschiedlich. Während die Extensivbegrünung eines Garagendaches in Eigenarbeit etwa 15-40 Euro/m² kostet, sollten Bauherren für aufwändige Intensivbegrünungen circa das Doppelte einplanen. Als Richtwert liegen die Herstellungskosten in etwa bei 1,3 Prozent der Gesamt-Baukosten einer Immobilie.

Aufgrund ihres hohen Nutzens für Mensch und Natur, wird die Dachbegrünung von vielen Kommunen gefördert. Diese übernehmen entweder einen prozentualen Anteil der Herstellungskosten oder gewähren Zuschüsse von 10 bis 20 Euro pro Quadratmeter begrünter Dachfläche. Auch eine Reduzierung der Abwassergebühren für Hausbesitzer mit begrünten Dächern ist nicht unüblich. Wer eine Dachbegrünung in Betracht zieht, sollte sich daher frühzeitig bei den zuständigen Behörden erkundigen. Neben der Stadtverwaltung können auch das Grünflächenamt, das Grünordnungsamt, das Amt für Umweltschutz sowie das Bauamt Auskunft darüber geben, ob und wie Dachbegrünungen gefördert werden.

Blühstreifen-Initiative

Seit über 60 Jahren setzt sich der Fertighaushersteller für einen nachhaltigen und verantwortungsbewussten Umgang mit der Umwelt ein. So auch im Rahmen der Blühstreifen-Initiative, welche letztes Jahr ins Leben gerufen wurde.

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